YOSEIKAN BAJUTSU




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Laatste update : dimanche 20 mars, 2005
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Yoseikan Bajutsu in Belgien.
Kampfsportart
Kampftechniken zu Pferd

Was genau bedeutet Yoseikan Bajutsu auber einer Kampfsportart auf dem Pferderücken ? Yoseikan Bajutsu liegen die ältesten Kriegstechniken des japanischen Feudalzeitalters zugrunde und es umfabt die von den berühmten Samurai angewandten Kampftechniken. Heutzutage dient diese Disziplin zwar keinen kriegerischen Zwecken mehr ; sie ist jedoch nach wie vor eine Kampfsportart sowie eine wirkliche reiterliche Disziplin. Sie beinhaltet eine Reihe verschiedener Techniken wie beispielsweise Bogenschieben, Schwertkampf, Speerwerfen, Lanzen-, Dolch- und Stockführung, Fall- und Aufsteigübungen und- techniken, Dressur, Voltigieren auf der Geraden (Voltigierübungen wie z. B. Hängen an einer Seite des Pferdes im Galopp, wie sie häufig von den Kosaken praktiziert werden), Kampf mit Infanteristen, Springen über Hindernisse, waffenloser Kampf mit Infanteristen und anderen Reitern, Studium der Katas (eine Reihe „verschlüsselter“ Bewegungsabläufe ; in gewisser Weise mit einer Dressurvorführung zu vergleichen) usw.

Diese Reitkunst in Verbindung mit Bogenschieben setzt sich im Yabusame (im heutigen Japan bei den traditionellen Shinto-Zeremonien praktizierte Art des Bogenschiebens) fort. Anders als heute, bestieg man früher in Japan ein Pferd von rechts und verlagerte dabei das Körpergewicht nach hinten. Der Samurai zu Pferd befestigte die Zügel an einem Ring seiner Rüstung, damit er die Hand zum Kämpfen oder Bogenschieben frei hatte und steuerte sein Pferd lediglich mit Schenkeln und Gewicht. Der hölzerne Sattel war mit Stoff oder Leder überzogen und mit einer Rückenlehne versehen. Die Steigbügel waren breit und massiv, wodurch sie einen sicheren Sitz in allen Gangarten ermöglichten. Ba (Pferd) Jutsu (Technik) ging eine vollständige reiterliche Ausbildung mit und ohne Rüstung voran, vom entsprechenden Training der Pferde bis hin zur Beherrschung der Hilfen. Weiterhin wurde der Reiter im Springen von Hindernissen, Durchqueren von Flüssen und der Handhabung verschiedener, zu Pferde einsetzbarer Waffen unterrichtet : grobe Schwerter, Bögen, Yari, Naginata usw. Jeder Kriegerclan hatte seine eigene Bajutsu-Technik inne. Eine der ältesten traditionellen Bajutsu-Schulden war die im 15. Jahrhundert gegründete Otsubo-Ryû, in der ein grober Bogen (Yumi) und ein sehr langes gebogenes Schwert (O-Dachi) verwendet wurden. Diese in Europa als „feudal“ und unedel angesehene Art des Bogenschiebens war in Japan den Aristokraten und einigen speziellen Korps der Kavallerie vorbehalten. Die Pferde wurden für den Kampf mit einer Lederrüstung geschützt, die auf der Stirn mit Metallplatten versehen war. Nach 1600 geriet Bajutsu in Japan in Vergessenheit, da man im Krieg den Feuerwaffen den Vorzug gab.

Heute liegen die Dinge ein bibchen anders : Ende der achtziger Jahre gründete der japanische Meister Hiroo MOCHIZUKI, der selbst ein Samurai-Nachfahre ist, die Yoseikan-Schulde und nahm somit die Tradition wieder auf – mit einigen Anpassungen des Bajutsu an die heutige Zeit. Aufgrund seiner Herkunft und seiner immensen Erfahrungen im Budosport (8. Dan Jiu Jitsu, 8. Dan Aikido, 7. Dan Karate, 5. Dan Iaido, 3. Dan Judo usw.) hatte Hiroo MOCHIZUKI, der seit frühester Jugend reitet, keinerlei Probleme, Bajutsu zu modernisieren und der Breiten Masse zugänglich zu machen.

Vor zwei Jahren wurde ich zum Directeur Technique Mondial, zum weltweiten technischen Leiter ernannt, und heute obliegt mir die schwierige Aufgabe, das technische Programm dieser Disziplin aufzustellen. Dank der Unterstützung meiner treuen Helfer, allen voran Olivier MATTON und Patrice JAMINET (beide derzeit Träger des 2. Dan) sowie Valérie, die das spezielle Training der Pferde übernimmt, kann ich nun mit Freuden feststellen, dab Bajutsu nach sieben Jahren in Belgien Nachahmer im Ausland gefunden hat. Zwar gilt Bajutsu vielerorts noch als Geheimtip ; es hat jedoch mittlerweile Interessenten und Anhänger in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Luxemburg, der Schweiz, Italien, Kanada und den USA. Der funktionelle Aspekt von Bajutsu für alle Sparten der Reiterei wird zusätzlich dadurch hervorgehoben, da die berittene Polizei von Mons seit 1996 Unterricht in einem speziell auf sie zugeschnittenen Bajutsu nimmt. Selbstverständlich wird der Bogen nicht mehr direkt eingesetzt, sondern hat eher pädagogischen Wert. Es wurden Techniken zur Festnahme und zur Verteidigung zu Pferde entwickelt, damit die berittene Polizei einer Vielzahl von Situationen gerecht werden kann. Darüber hinaus erhalten die Polizeipferde dank der Dressurtechniken des Bajutsu eine solide Ausbildung. Es ist daher kein ungewöhnlicher Anblik, wenn sich auf dem Parkplatz unseres Reitstalls Ecuries du Grand Royal Fahrzeuge und Pferdetransporter der Polizei befinden, denn Valérie und ich geben jeden Monat Kurse für Polizeipferde und berittene Polizisten.

 

Stany LEDIEU

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